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Speaker

Sven Gábor Jánszky

Als Gründer und Leiter des größten deutschsprachigen Zukunftsforschungsinstituts „2b AHEAD“ ist Sven Gábor Jánszky einer der gefragtesten Zukunftsspeaker Europas.
FINTROPOLIS Sven Gabor Janszky
10.03.2020

Aufgewachsen in Budapest und der DDR, entdeckte Sven Gábor Jánszky sein Talent zum „Public Speaking“ auf Studenten-Demonstrationen in der Nachwendezeit. Mit 23 Jahren war er der jüngste Nachrichtenchef in der ARD, fünf Jahre später hatte er zudem als Moderator, Redakteur, Korrespondent und Chef vom Dienst auch nahezu alle Positionen im öffentlich-rechtlichen Radio durchlaufen.

Also wechselte er 1996 den Fokus: Das führte ihn zu Innovationstalenten auf der ganzen Welt und zu seiner heutigen Berufung. Als Gründer und Leiter des größten deutschsprachigen Zukunftsforschungsinstituts „2b AHEAD“ ist er einer der gefragtesten Zukunftsspeaker Europas. Seine Strategieempfehlungen sind zum Maßstab für Geschäftsmodelle der Zukunft für Unternehmen aller Branchen geworden und sein Motto für FINTROPOLIS lautet: „Zukunft entsteht nicht zufällig. Zukunft wird gemacht!“ Wie die Zukunft in den Bereichen Leben und Arbeiten aussieht und wie sich die Trends der Zukunft konkret auf den Finanzsektor auswirken, wird Sven Gábor Jánszky uns in FINTROPOLIS zeigen.

Wie wird der Beruf eines Zukunftsforschers in der Zukunft aussehen? Wer könnte das besser wissen, als Sven Gábor Jánszky?

Definiere in einem Satz, welche Bedeutung Digitalisierung für dich hat.
Digitalisierung ändert Machtstrukturen in Wirtschaft und Gesellschaft, denn sie schafft asymmetrische Informationsvorteile ab und ersetzt sie durch die gleichzeitige, symmetrische Informationsverteilung.

Was bedeutet zukunftsaktiv für dich? Bist du #zukunftsaktiv?
Zukunftsaktiv bedeutet für mich, seine eigene Zukunft nach seinem eigenen Zukunftsbild selbstbestimmt gestalten zu können.
Dazu gehören drei Schritte: Man muss das Zukunftsumfeld erkennen, also verstehen, wie das eigene Umfeld (das von anderen gestaltet wird) in zehn Jahren sein wird. Man muss sein Zukunftsbild entwickeln, also die eigene Idealpositionierung in diesem Zukunftsumfeld bestimmen. Und man muss seine Zukunft erreichen, also den Weg zu diesem idealen Zukunftsbild planen und konsequent gehen. All die drei Bereiche sind meine Hauptarbeitsfelder für mich als Zukunftsforscher und Zukunftscoach.

Die meisten Menschen werden nicht zulassen, zu einer Spezies zweiter Klasse degradiert zu werden. Also werden Sie die Computer in ihre Körper hineinlassen.

Welche Technologie der letzten zehn Jahre hat dein heutiges Leben revolutioniert?
Die Künstliche Intelligenz. Ich nutze sie ständig, wenn ich über Facebook, Twitter & Co. kommuniziere, wenn ich die Apps auf meinem Handy benutze, wenn ich mit meinem Tesla fahre, etc.

Wie könnte dein Beruf in zehn Jahren aussehen?
Wie alle Expertenberufe wird auch der Beruf des Zukunftsforschers zu einem Coachingberuf. Denn künstlich intelligente Computer werden in zehn Jahren deutlich mehr und deutlich bessere, individuellere Zukunftsszenarien für meine Kunden analysieren können, als mein eigenes Hirn. Ich werde also nicht mehr meine Expertise verkaufen, sondern meine Fähigkeit, andere in Bewegung zu setzen, sie zu motivieren, in den Hintern zu treten und auf Schritten der Veränderung zu begleiten. Zukunftsforscher werden Zukunftscoaches sein.

Deine persönliche Zukunftsprognose – wird der Mensch zur Maschine oder die Maschine menschlicher?
Beides geschieht in der Zukunft. Aber nacheinander. Zunächst werden die Maschinen in den kommenden zehn Jahren menschlicher. Sie lernen mit menschlichen Emotionen umzugehen und emotional zu kommunizieren, auch wenn sie selbst nichts fühlen können. Danach, um etwa 2050, wird es den Zeitpunkt geben, an dem Menschen selbst danach streben, sich mit den Maschinen zu verbinden, weil die Maschinen sich zu diesem Zeitpunkt anschicken, intelligenter, moralischer und damit menschlicher zu werden, als der Mensch selbst. Die meisten Menschen werden nicht zulassen, zu einer Spezies zweiter Klasse degradiert zu werden. Also werden Sie die Computer in ihre Körper hineinlassen.

Titelfoto: ©Jörg Gläscher

10.03.2020