Banken

Mailo: Hier werden Influencer versichert

Das InsurTech will die Gewerbeversicherung für Selbstständige und Freiberufler in der Digital-Branche neu denken.
191023 FINTROPOLIS Artikel Querformat Artikelbild 03 Retina © Photo by Helloquence on Unsplash
25.10.2019

Die InsurTech-Szene in Deutschland emanzipiert sich immer mehr. Ein neuer Vertreter mit starken Verbündeten ist das Versicherungs-Start-up „Mailo“.

Die Digitalisierung macht auch vor der Versicherungsbranche nicht halt. Zwar stehen die sogenannten InsurTechs noch im Schatten der wesentlich populäreren Fintechs. Aber so langsam emanzipieren sie sich und gewinnen an Bedeutung. Was dahinter steckt? Start-ups, die eine ganz spezielle Zielgruppe in den Fokus nehmen – und dieser Assekuranz-Dienstleistungen kostengünstiger anbieten möchten, als die üblichen Versicherungshäuser. Und zwar mit passgenauen Angeboten und Technologie.

Seit März ist Mailo am Start und bietet seine Produkte an. „Sicher ist sicher“ lautet dabei die Botschaft, die das InsurTech für seine Klientel bereithält.

191023 FINTROPOLIS Artikel Hochkant Anzeigebild 02 Retina © Photo by Allef Vinicius on Unsplash

Wer ist die Zielgruppe?

Im Gegensatz zu den großen Generalisten wie Allianz, Talanx oder R+V Versicherungen ist Mailo in einer Nische angesiedelt. Das Start-up fokussiert sich auf die rund fünf Millionen Freiberufler, Selbstständigen und kleinen Unternehmer, die es in Deutschland gibt – und die in den Augen von Mailo unterrepräsentiert sind. Konkret meint der Versicherer damit Blogger, Online-Händler und andere Firmen in der Netzwirtschaft. Der Idealkunde: ein Unternehmer mit bis zu zehn Mitarbeitern und bis zu zwei Millionen Euro Umsatz. Laut eigener Aussage weiß Mailo genau, was diese Zielgruppe braucht – beispielsweise eine Versicherung gegen Hackerangriffe.

Was bietet Mailo an?

Im Portfolio des InsurTechs befindet sich für Gewerbetreibende eine Betriebshaftpflicht-, Vermögensschadenhaftpflicht-, Sach- und Inhaltsversicherung sowie eine Versicherung für Cyberangriffe und Betriebsunterbrechung. Alle sind flexibel kündbar und online abschließbar – aber nicht nur. Auch Makler können die Produkte vertreiben. Durch die Dienste von Mailo sollen Blogger, YouTuber und Influencer etwa keine Sorgen mehr vor Abmahnungen haben.

Was das Start-up außerdem anbietet? Ein tägliches Kündigungsrecht – denn so müssen junge Selbstständige keine Sorge vor Verpflichtungen haben, die sie so schnell nicht wieder loswerden – wie etwa bei Handyverträgen. Alle Produkte sollen zudem passgenau sein und einen individuellen Versicherungsschutz bieten. Bislang gibt es allerdings keinen aussagekräftigen Test zum Angebot von Mailo.

Wer steckt hinter Mailo?

In Köln haben Sten Nahrgang, Matthias Uebing und Armin Molla das Versicherungs-Start-up gegründet. Die drei kennen sich in der Branche gut aus. So war Nahrgang lange bei den Versicherern Axa und Generali beschäftigt. Molla hat unter anderem das Digital Lab der Ergo-Versicherung aufgebaut und Uebing war bei der Unternehmensberatung ZEB verantwortlicher Partner für die Versicherungsbranche.

191023 FINTROPOLIS Artikel Hochkant Anzeigenbild Retina © Photo by Dose Media on Unsplash

Zudem haben die drei laut eigenen Angaben noch zwei Investoren im Rücken: die FinTLV, ein Venture Capital Fund mit Fokus auf innovative InsurTechs, und STS Ventures, eine Investmentfirma in Köln. Aber auch die Deutsche Rück und weitere Privatpersonen sollen laut der Süddeutschen Zeitung zum Investorenkreis gehören.

Und auch das Risiko für Mailo, das mit seinem doch eher knappen Kapital keine großen Sprünge machen kann – wie die Süddeutsche Zeitung schreibt – ist abgesichert. Die beiden Rückversicherer Munich Re und die Deutsche Rück tragen 75 Prozent aller Risiken. Nur 25 Prozent bleiben bei Mailo.

Wie steht es um InsurTechs in Deutschland?

Der InsurTech-Markt ist stark in Bewegung ist. Doch der anfängliche Gründungsboom in Deutschland flacht langsam ab und nicht alle Geschäftsmodelle ließen sich erfolgreich umsetzen. Laut der Unternehmensberatung Oliver Wyman stieg 2018 die Anzahl aktiver InsurTech-Start-ups auf 134. Die Berater zählten aber in ihrem InsurTech-Radar im Laufe des vergangenen Jahres auch 30 inaktive oder insolvente InsurTechs sowie 16 Start-ups, die ihr Geschäftsmodell aus dem Kernbereich Versicherung heraus bewegt haben.

In Deutschland sammelten 2018 laut einer Analyse von Finanzchef24 InsurTech-Unternehmen rund 100 Millionen US-Dollar mehr ein als im Vorjahr – und damit insgesamt 173 Millionen US-Dollar. Weltweit beliefen sich die Investitionen auf knapp 4 Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden US-Dollar 2017). Der Markt in Deutschland hinkt also international gesehen etwas hinterher.

191023 FINTROPOLIS Artikel Querformat Artikelbild 02 Retina © Photo by Jesus Kiteque on Unsplash
25.10.2019